Adipositas: Was ist das? Definition, Grade, Ursachen und Behandlung verständlich erklärt

Ernährung bei Diabetes

Füße in dunklen Socken auf einer Waage, die in der Anzeige Help anzeigt zum Thema Adipositas - Was ist das?

Inhaltsübersicht

Adipositas betrifft Millionen Menschen und zählt heute zu den häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit. Gleichzeitig ist sie mit vielen Missverständnissen verbunden. Lange Zeit wurde starkes Übergewicht vor allem als Folge eines ungesunden Lebensstils betrachtet. Moderne wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass Adipositas eine komplexe Erkrankung mit vielen Einflussfaktoren ist.

Adipositas betrifft nicht nur das Körpergewicht. Sie kann den Stoffwechsel, die Lebensqualität und das Risiko für verschiedene Begleiterkrankungen beeinflussen. Ein fundiertes Verständnis hilft dabei, Vorurteile abzubauen und gesundheitliche Zusammenhänge besser einzuordnen.

Was ist Adipositas?

Adipositas bezeichnet eine krankhafte Vermehrung des Körperfetts. Sie geht über leichtes Übergewicht hinaus und wird medizinisch als chronische Erkrankung eingeordnet.

Zur ersten Einschätzung wird häufig der Body Mass Index, kurz BMI, verwendet. Er setzt das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße. Bei Erwachsenen spricht man ab einem BMI von 30 von Adipositas.

Wie wird der BMI berechnet?

Der Body Mass Index wird mit einer einfachen Formel berechnet:

BMI = Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat

Beispielrechnung:
Eine Person wiegt 85 Kilogramm und ist 1,75 Meter groß.
1,75 × 1,75 = 3,06
85 ÷ 3,06 = 27,8

Der BMI beträgt in diesem Beispiel 27,8. Das entspricht nach der gängigen Einteilung Übergewicht, aber noch keiner Adipositas.

Der BMI ist jedoch nur ein Orientierungswert. Muskelmasse, Alter, Geschlecht und die individuelle Fettverteilung werden dabei nicht vollständig berücksichtigt. Für die gesundheitliche Bewertung spielen diese Faktoren ebenfalls eine Rolle.

Adipositas ist keine reine Folge mangelnder Disziplin. Fachleute beschreiben sie als Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels biologischer, psychischer, sozialer und umweltbedingter Einflüsse.

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Adipositas Definition aus medizinischer Sicht

Die medizinische Adipositas Definition beschreibt eine chronische Erkrankung mit übermäßiger Fettansammlung, die die Gesundheit beeinträchtigen kann. Internationale Fachgesellschaften und die Weltgesundheitsorganisation ordnen Adipositas als eigenständige Erkrankung ein.

Der menschliche Körper reguliert Hunger, Sättigung und Energieverbrauch über ein fein abgestimmtes System aus Hormonen und Botenstoffen. Bei Adipositas können diese Regelkreise verändert sein. Dadurch wird langfristiges Gewichtsmanagement für viele Betroffene erschwert.

Diese Einordnung als chronische Erkrankung ist wichtig, da sie den Blick auf medizinische, psychologische und gesellschaftliche Faktoren lenkt.

Was bedeutet adipös?

Der Begriff adipös stammt aus dem medizinischen Sprachgebrauch und bezeichnet starkes Übergewicht im Sinne einer Adipositas. Eine Person gilt als adipös, wenn der BMI bei 30 oder höher liegt.

Die Bezeichnung dient der medizinischen Einordnung und stellt keine Bewertung einer Person dar. Entscheidend aus gesundheitlicher Sicht sind mögliche Risiken und Begleiterkrankungen, nicht das äußere Erscheinungsbild.

Adipositas Grade: Einteilung nach BMI

Zur genaueren Beurteilung wird Adipositas in Grade eingeteilt. Diese Einteilung hilft dabei, gesundheitliche Risiken besser einzuschätzen.

Adipositas Grad I
BMI 30 bis 34,9
Erhöhtes Risiko für Begleiterkrankungen

Adipositas Grad II
BMI 35 bis 39,9
Deutlich erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen

Adipositas Grad III
BMI ab 40
Sehr hohes gesundheitliches Risiko, häufig als schwere Adipositas bezeichnet

Neben dem BMI ist auch die Fettverteilung relevant. Bauchbetontes Fettgewebe steht in enger Verbindung mit Stoffwechselerkrankungen.

Mögliche Ursachen von Adipositas

Adipositas entsteht meist nicht durch eine einzelne Ursache. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen.

Genetische Veranlagung
Gene können beeinflussen, wie der Körper Energie speichert, wie stark das Hungergefühl ausfällt und wie der Stoffwechsel arbeitet.

Ernährung und Essverhalten
Eine dauerhaft hohe Energiezufuhr durch stark verarbeitete Lebensmittel kann die Gewichtszunahme begünstigen. Auch emotionales Essen oder unregelmäßige Mahlzeiten können eine Rolle spielen.

Bewegungsmangel
Ein überwiegend sitzender Alltag senkt den Energieverbrauch. In Kombination mit hoher Kalorienzufuhr kann dies die Gewichtsentwicklung fördern.

Schlafmangel
Zu wenig Schlaf kann den Hormonhaushalt beeinflussen und das Hungergefühl verändern. Dies wird mit einer erhöhten Energieaufnahme in Verbindung gebracht.

Psychische Faktoren
Stress, depressive Verstimmungen oder belastende Lebenssituationen können das Essverhalten beeinflussen.

Medikamente und Erkrankungen
Bestimmte Medikamente oder hormonelle Erkrankungen können eine Gewichtszunahme begünstigen. Eine ärztliche Abklärung ist in solchen Fällen sinnvoll.

Mögliche gesundheitliche Folgen

Adipositas steht mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Erkrankungen in Zusammenhang. Dazu zählen unter anderem:
  • Typ 2 Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Herz Kreislauf Erkrankungen
  • Gelenkbeschwerden
  • Schlafapnoe
Nicht jede adipöse Person entwickelt diese Erkrankungen. Das individuelle Risiko ist unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab.

Behandlungsmöglichkeiten bei Adipositas

Die Behandlung von Adipositas ist in der Regel langfristig angelegt. Kurzfristige Maßnahmen führen häufig nicht zu nachhaltigen Ergebnissen. Ziel ist meist eine Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität.

Ernährungsumstellung
Eine ausgewogene, alltagstaugliche Ernährung kann zur Stabilisierung oder Reduktion des Gewichts beitragen. Eine Ernährungsberatung kann bei der Umstellung hilfreich sein. 

Bewegung
Regelmäßige körperliche Aktivität unterstützt den Stoffwechsel, erhält Muskelmasse und wirkt sich positiv auf das allgemeine Wohlbefinden aus.

Verhaltenstherapeutische Ansätze
Sie können helfen, Essgewohnheiten zu reflektieren und neue Strategien zu entwickeln.

Medikamentöse Therapie
In bestimmten Fällen können ärztlich verordnete Medikamente eingesetzt werden. Dies erfolgt nach individueller Prüfung.

Chirurgische Verfahren
Bei schwerer Adipositas und nach Ausschöpfen anderer Maßnahmen können operative Verfahren in Betracht gezogen werden. Die Entscheidung erfolgt nach ausführlicher ärztlicher Beratung.

Die Auswahl geeigneter Maßnahmen sollte stets in Abstimmung mit medizinischem Fachpersonal erfolgen.

Welche Rolle kann die Apotheke spielen?

Apotheken sind niedrigschwellige Anlaufstellen im Gesundheitswesen. Sie bieten keine Behandlung von Adipositas an und stellen keine Diagnosen, können jedoch allgemeine Informationen zu gesundheitsbezogenen Themen geben.

Die Teams Apotheken Süssmann legen Wert auf sachliche Gesundheitsinformation und diskrete Beratung. Bei Fragen zu verordneten Medikamenten oder möglichen Wechselwirkungen kann die Apotheke unterstützen. Bei gesundheitlichen Unsicherheiten wird zur ärztlichen Abklärung geraten.

FAQ

Die wichtigsten
Fragen und Antworten
zu Adipositas

Ab einem BMI von 30 wird medizinisch von Adipositas gesprochen. Zur genaueren Einordnung wird Adipositas in drei Grade unterteilt.
Übergewicht liegt bei einem BMI zwischen 25 und 29,9 vor. Ab einem BMI von 30 spricht man von Adipositas. Adipositas ist mit höheren gesundheitlichen Risiken verbunden und wird als chronische Erkrankung eingeordnet.
Adipös ist ein medizinischer Begriff für starkes Übergewicht im Sinne einer Adipositas. Die Bezeichnung dient der fachlichen Einordnung und stellt keine Bewertung einer Person dar.
Der BMI ist ein Orientierungswert zur Einschätzung des Körpergewichts. Er berücksichtigt jedoch nicht die Verteilung des Körperfetts oder den Anteil an Muskelmasse. Deshalb wird er häufig durch weitere Messwerte wie den Taillenumfang ergänzt.
Ja, Adipositas wird von medizinischen Fachgesellschaften als chronische Erkrankung eingestuft, da sie mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein kann.
Adipositas gilt als chronische Erkrankung. Ziel von Maßnahmen ist in der Regel eine langfristige Verbesserung der Gesundheit und eine Stabilisierung oder Reduktion des Körpergewichts.
Ein ausgewogener Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung, angepasster Ernährung, ausreichend Schlaf und einem bewussten Umgang mit Stress kann das Risiko für Adipositas verringern.
Eine ärztliche Beratung ist sinnvoll bei deutlicher Gewichtszunahme, bestehenden Begleiterkrankungen, Unsicherheit bezüglich des BMI oder bei Fragen zur gesundheitlichen Situation.
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Hinweis: Die Informationen im Text dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen nicht die Beratung oder Diagnose durch einen Arzt oder andere medizinische Fachkräfte. Die Informationen sollten niemals als Grundlage für Selbstmedikation oder medizinische Entscheidungen verwendet werden. Bei anhaltenden oder ungewöhnlichen Hautveränderungen sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Nur medizinisches Fachpersonal kann eine fundierte Diagnose stellen und eine geeignete Therapie einleiten.